Posted on 10/29/2019 at 08:00

Die kundenzentrierte Erweiterung von Wertschöpfungsketten

Die Presse

Plattformen. Die Digitalisierung von Infrastruktur und Dienstleistungen orientiert sich zunehmend am individuellen Nutzen der Anwender. Im Bereich moderner Verkehrssysteme kooperieren Betreiber und Technologieanbieter bei neuen Mobilitätslösungen.

Dienstleistungsorientierte Branchen wie Tourismus und Mobilitätsanbieter sind beim Thema Innovation laufend gefordert. Ein Beispiel ist die Dorfbahn im Tiroler Serfaus. Die betreibenden Komperdeller Seilbahnen beauftragten Kapsch BusinessCom mit der Modernisierung der Netzwerktechnik auf der Strecke und im Fahrzeug sowie mit der IT für ein videobasiertes Monitoring und den Notrufsystemen. Mittelpunkt ist ein Sicherheitsleitstand, bei dem bei Bedarf die automatisierte Einschaltung und Aufzeichnung der integrierten Kameras erfolgt. Inkludiert ist auch das System für Betriebsfunk, Blaulicht sowie Feuerwehr und das beinhaltet die Hardware und ein ganzheitliches Informationsmanagement. Für Unterhaltung und Serviceinfos der Gäste dienen große LCD-Displays, die Kapsch für den Außeneinsatz konzipiert hat, und eine Video-Wall im Cinemascope-Format am Zielort der Bahn. Erstmalig kommen für die Wartung Datenbrillen mit Wissensdatenbanken zum Einsatz. Durch dieses digitale Assistenz-System der Kapsch-Tochter Evolaris können Serviceeinsätze größtenteils direkt vor Ort und dadurch kostenreduziert durchgeführt werden. „Unsere Kernkompetenz sind fertige Lösungen und deren Betrieb, bei dem wir Netzwerk und IT mit Sicherheitstechnik und Multimedia verbinden“, sagt Kamran Kiafar von Kapsch BusinessCom. Derartige Infrastrukturen können in einer weiteren Ausbaustufe auch die Einspielung von Produktangeboten beinhalten, wodurch neue Wertschöpfungsketten entstehen können. Ein Beispiel ist die E-Mobilität: Kooperationen ermöglichen über Unternehmensgrenzen hinweg komplett neue Geschäftsmodelle – und dafür braucht es dann adäquate Bezahlformen. Neue Business-Modelle Die E-Infrastrukturanbieter Enio, Smatrics und Wirelane arbeiten mit dem Payment-Dienstleister Wirecard zusammen und entwickeln kooperative Wertschöpfungsketten entlang der Lebenswelten von Konsumenten. Ein Ansatz ist, dass Kunden auf dem Weg zu einem Handelsbetrieb bereits über das genutzte Mobilitätsmittel Angebote des Shops bekommen, die ihnen dort präsentiert werden. Die Verknüpfung dieser sogenannten Sharing-Economy-Modelle geht aber auch umgekehrt. „Wenn der Kunde im Supermarkt über 100 Euro eingekauft hat, kann das dann auch an der E-Ladestelle erkannt und ein Rabatt abgezogen werden“, sagt Roland Toch, Managing Director CEE bei Wirecard. Weitere Kooperationsszenarien sind sogenannte Machine-to-Machine- oder In-Car-Payments. Der Nutzer bezahlt direkt über das Auto und nicht nur für Stromtankstellen, sondern auch für andere intermodale Prozesse wie Einkauf oder weitere Verkehrsmittel, die er etwaig dazu bucht. „Payment ist auch Thema bei Social-Mobility-Gemeinschaften wie Fahrkooperationen, bei denen dann mittels sogenannter Peer-to-Peer-Transaktionen abgerechnet wird. Wir werden hier noch viele neue Business-Modelle erleben“, so Toch.

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