Posted on 06/11/2015 at 12:49

"Diese Technologien müssen sich in den Alltag der Konsumenten einfügen und zur Normalität werden"

etailment.at

Auf der Burg Perchtoldsorf findet dieses Jahr am 10. und 11. Juni der Überall App Congress statt. etailment.at war vor Ort und berichtet vom Nachmittagsprogramm des ersten Tages.

Eines der Panels beim Nachmittagsprogramm des ersten Tages trug den Titel "Smart Payment & Future of Money: Cashless, cardless, paperless, E-Payment, Mobile Payment, ... What's next?". Am Podium nahmen Walter Tauchner (Vice President und Partnermanagement paysafecard), Martin Sprengseis (COO & Partner bluesource - mobile solutions) und Roland Toch (Managing Director Wirecard) Platz. Die Moderation übernahm Mark Kramer, Mitbegründer von Mobile Monday Austria.

Zusammenspiel mehrerer Lösungen
Sprengseis erklärte die Verknüpfung der drei Unternehmen wie folgt: "Wenn der Kunde mit unserer App zur Kassa geht, bekommt er durch unser Kundenkartenprogramm automatisch einen Rabatt. Dann wird die Zahlung durchgeführt, wobei das Ökosystem von Wirecard bereitgestellt wird und der Kunde mittels paysafecard bezahlt." Toch meinte dazu: "In Zukunft wird es immer wichtiger werden, diese Dienste miteinander zu verbinden. Erstellen Unternehmen heute Onlineshops, sollten sie diese Entwicklung bereits mitdenken. Entscheidend wird aber sein, welche Form der Bezahlung Konsumenten in Zukunft akzeptieren werden." Tauchner gab zu Bedenken: "Die Lösungen sind international und demnach gibt es auch lokale Unterschiede. Je nach dem Zahlungsverhalten wird diese Entwicklung mit Zeitverzögerungen in den jeweiligen Ländern stattfinden." Ebenfalls meinte Tauchner: "Wenn es ums Bezahlen geht, muss der Prozess einfach, schnell und unkompliziert sein."

Es braucht also für den Bezahlvorgang ein Zusammenspiel mehrerer Lösungen. Toch sieht dies aus europäischer Sicht durchaus kritisch: "Es gibt kein europäisches Zahlungsmittel, die kommen aus den USA. Eine Karte oder Zahlungssystem haben wir nicht in Europa. Wir haben die Reaktion, dass wir uns Visa und MasterCard fügen müssen."

"Sind gut aufgestellt"
Eine Stimme aus dem Publikum fragte: Was hält Apple und Google mit seinen mobilen Zahlungslösungen davon ab, auch nach Österreich vorzustoßen? Toch antwortete auf diese Frage: "Apple versucht natürlich zuerst in Länder zu expandieren, die auch die höchsten Umsätze garantieren. Wir freuen uns bei Wirecard natürlich auf diese Herausforderungen." Auch Sprengseis zeigte sich positiv und betonte die eigenen Vorteile: "Unser Vorsprung ist der, dass wir schon hier am Markt und gut aufgestellt sind. Wir sind aber froh darüber, dass Apple in diesen Markt eingestiegen ist und das Thema präsent gemacht hat."

Hinsichtlich neuer Technologien wie Beacons oder NFC sagte Toch, dass es hier nicht nur auf die weitverbreitete technische Implementierung ankommen wird, sondern auch auf die dauerhafte Nutzung durch die Konsumenten: "Diese Technologien müssen sich in den Alltag der Konsumenten einfügen und zur Normalität werden."

Den Kunden richtig ansprechen
Anschließend hielt Harald Trautsch, Co-Founder Blue Monkeys, den Vortrag "Quick ROI with Customer Journeys". "Ich möchte heute zeigen, wie man den Return on Investment definiert und wie Wertschöpfung entsteht", sagte Trautsch gleich zu Beginn. Der ROI ist in der Unternehmenswelt der ideale Weg, um den bestmöglichen Erfolg in Return zurückzukriegen, so Trautsch - jedoch wissen viele Unternehmen nicht, wo ihre Wertschöpfung im täglichen Geschäftsleben liegt.

Wie können nun die einzelnen Wertschöpfungsketten aussehen? Trautsch nannte ein paar Beispiele wie jenes der Versicherung dolphin insurance. Ziel ist es, dass der Kunde die Versicherung so lange wie möglich abschließt. "Eine Haftpflichtversicherung wird meist nicht mit positiven Aspekten konnotiert", so Trautsch. Wie kann man das Angebot einer Versicherung attraktiver machen? "Möglich wäre hier, die Kunden zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Content anzusprechen", so Trautsch. Er nannte einige Tipps, wie die Kommunikation mit dem Kunden positiver und interessanter ausfällt. Etwa, indem man den Kunden einer Versicherung in der Früh darauf hinweist, dass heute Glatteis herrscht. "Lässt der Kunde nun sein Auto stehen und fährt mit den Öffis, können Unternehmen dieser Branche dem Kunden im Gegenzug die Zahlung einer Fahrkarte anbieten. Abschließend sagte Trautsch: "Es gibt unheimlich viele Kommunikations-Channels. Wichtig ist, dass ich in meinem Geschäft verstehe, wo ich meine Kunden am besten antreffe, um meine Botschaft auch richtig zu platzieren."

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