Posted on 11/15/2019 at 08:00

In der Komfortklasse

Industriemagazin

Für Digitalisierungsanbieter bedeutet guter Service, Lösungen anzubieten, die die Geschäftsmodelle ihrer Kunden so exakt wie möglich abbilden. Drei Beispiele aus der gelebten Digitalisierungspraxis.


Karten für mehr als 180.000 Veranstaltungen jährlich bietet das Vienna Ticket Office an. Damit der Online-Kauf für die internationale Zielgruppe so bequem wie möglich abläuft, ist im Hintergrund jede Menge an IT-logistischem Aufwand nötig, auch was die Zahlungsabwicklung betrifft. Um Kunden eine einfache und sichere Bezahlmöglichkeit per Kreditkarte zu ermöglichen, arbeitet die Absolut Ticket GmbH, die das  Vienna Ticket Office betreibt, daher mit dem Zahlungsdienstleister Wirecard zusammen. "Für Online-Kunden ist es entscheidend, dass sie eine bequeme und sichere Bezahlmöglichkeit finden, um die Kaufabschlussquote zu erhöhen", erklärt Roland Toch, Managing Director Central Eastern Europe bei Wirecard.


Mehr Komfort
Während des Online-Bestellvorgangs kann der Kunde jene Bezugsvariante wählen, die für ihn am bequemsten ist: Zustellung per Post, Abholung im Büro von Vienna Ticket Office oder an der Abendkassa. Für einen Teil der Veranstaltungen bietet die Absolut Ticket GmbH inzwischen auch E-Tickets an, die zuhause ausgedruckt werden können.
In Zukunft soll eine eigene App noch mehr Komfort schaffen und die mobile Bestellung von Tickets vereinfachen. Für all jene, die gerne vorausplanen und sichergehen wollen, dass sie keinen wichtigen Event versäumen, versendet Absolut Ticket außerdem einen Newsletter mit Hinweisen zu anstehenden Veranstaltungen. Und natürlich bespielt das Unternehmen die gängigen Social-Media-Kanäle wie Instagram oder Facebook. Die Richtung, in die sich die Absolut Ticket positioniert ist daher klar: als ein Anbieter mit umfangreichem Programm, absolut transparenter Preisgestaltung und einer immer stärkeren digitalen Komponente. Weshalb der Verkauf und die Programmpflege noch weiter automatisiert werden und den Kunden in Zukunft auch noch weitere Bezahloptionen angeboten werden sollen.


Künstliche Intelligenz kommt
Bei ihren Digitalisierungsvorhaben greifen Unternehmen auch immer stärker auf Künstliche Intelligenz zurück – inzwischen nicht nur in produktionsnahen Bereichen wie etwa bei der vorausschauenden Wartung, sondern auch im Gesundheitswesen. Dass Künstliche Intelligenz bei manchen Diagnosefragen exaktere Ergebnisse liefert als der Mensch, ist inzwischen allgemein bekannt, auch wenn es für die richtige Behandlung immer noch den Arzt aus Fleisch und Blut braucht.
In einem anderen Bereich könnte die Ersetzung des Menschen durch die Maschine aber deutlich umfassender ausfallen, beim Abarbeiten von Routinetätigkeiten. „Unsere Vision ist es, Ärzte und Versicherungen von solchen Aufgaben zu befreien, um ihnen mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit zu geben“, sagt daher Sinan Tankaz, Head of Artificial Intelligence bei Kapsch BusinessCom. Am weitesten fortgeschritten ist man dabei im Bereich der KI-gestützten Dokumentenanalyse. Die AI-Engine von Kapsch durchforstet dabei Arztbriefe und Verordnungen, sammelt Informationen über Medikation, Wirkstoffe, Dosierung, Symptome und Krankheitsverlauf und lernt selbständig, welche Zusammenhänge es zwischen diesen Variablen gibt. Das ermöglicht dem Arzt, die komplexen Wechselwirkungen, die es bei Patienten mit vielen Medikamenten geben kann, besser im Auge zu behalten. Denn Künstliche Intelligenz kann hier unter Rückgriff auf unzählige Datensätze viel schnellere und bessere Prognosen erstellen als eine einzelne Person.


Operation am offenen Herzen

Der Verbesserung von Abläufen in der Medizin widmete sich jüngst auch T-Systems, als man die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft KAGes bei der Umstellung ihres zentralen Krankenhausinformationssystems unterstützte. Betroffen waren Krankenhäuser an 21 Standorten sowie die vier Landespflegezentren. Schon vor der Umstellung hat die KAGes viele Bereiche ihrer Tätigkeit digital abgebildet, etwa das Planen, Dokumentieren, Koordinieren, Kommunizieren und Auswerten von Daten. Gefehlt hat allerdings unter anderem eine Funktionalität, die innerhalb des Krankenhausverbunds alle für die Behandlung relevanten Patienteninformationen digital zusammenfügt.

Die Herausforderung, die sich daraus ergab, war gewaltig: Es ging darum, das bisherige System auf den neusten Stand upzudaten und es dann auf eine neue Plattform, SAP HANA, zu migrieren. Man hätte das stückweise, mit immer wieder auftretenden Downtimes machen können, also Zeiten in denen das System nicht verfügbar wäre. Gemeinsam mit T-Systems entschloss sich die KAGes aber für den mutigen großen Sprung: Die Umstellung ging in einer einzigen Nacht über die Bühne.

„Wir betreuen das zentrale Krankenhausinformationssystem der KAGes schon seit vielen Jahren und sind sowohl mit den Systemen als auch den Prozessen des Krankenhausverbunds bestens vertraut. Doch ein Projekt dieser Größenordnung gibt es selbst bei T-Systems nicht alle Tage“, sagt Peter Lenz, Vorsitzender der Geschäftsführung von T-Systems rückblickend. Und er ergänzt: „Systemumstellungen bei großen Organisationen sind oft wie Operationen am offenen Herzen. Da darf nichts schiefgehen.“ Einen Krankenhausverbund mit 18.000 Angestellten kann man tatsächlich nicht einfach für eine Nacht abschalten, die Infrastruktur musste auch während der Umstellung funktionieren.

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