Posted on 03/31/2013 at 14:27

Raus aus dem Laden, rein ins Netz der Netze

update - E-Commerce Spezial

Wie man erfolgreich im Netz verkauft und was vor allem für Einsteiger zu beachten ist, haben uns E-Commerce-Dienstleister aus Österreich und Deutschland verraten.
Wer E-Commerce sagt, muss auch Amazon sagen - zumindest auf den ersten Blick. Auch wenn der US-amerikanische Versandhausgigant nicht nur in Österreich, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern in puncto Umsatz klar vorne liegt, heißt das noch lange nicht, dass online nur Generalisten Geschäft machen können. Ganz im Gegenteil - gerade Nischenprodukte. die auch offline nicht immer leicht zu finden sind, haben im Netz ihren großen Auftritt. Das bestätigen jene, die es wissen müssen: Die Dienstleister in Österreich und Deutschland, die dafür sorgen, dass neben dem großen A auch andere ihr Stück vom E-Commerce-Kuchen abbekommen. Gegenüber Werbeplanung.at Spezial sind sie sich einig: Die Zukunft der Online-Händler ist das Geschäft an sich, egal ob offline oder online. Dem Kunden ist es einerlei, wo er kauft - die Ware muss stimmen. Er kauft in dem Kanal, der ihm im jeweiligen Momentden besten Service in puncto Usability, Warenverfügbarkeit und Preis bietet. Und darauf muss sich künftig jeder Unternehmer von klein bis groß einstellen.

Multichannel-Denke unerlässlich
"Im E-Commerce spielt das Thema Vertrauen und Sicherheit eine besonders große Rolle", sagt Roland Toch, Geschäftsführer der Wirecard CEE, einem Dienstleister für Zahlungsabwicklung im Internet mit Sitz in Graz. "Darum sollte darauf geachtet werden, den Online-Shop seriös und kundenfreundlich zu gestalten und alle wichtigen Infos über Bezahlung transparent zu vermitteln." Kaufabbrüche vermeidet man laut Toch zurrt Beispiel, indem man Hinweise zu den verwendbaren, Zahlungsmitteln gleich zu Beginn des Einkaufs optisch herausstreicht - sei doch .,die Startseite eines Online-Shops mit der Eingangstür eines stationären Geschäfts vergleichbar".
Der Wirecard-CEE-Geschäftsführer spricht sich außerdem dafür aus, dass sich Online- und Offline-Handel eher ergänzen als konterkarieren: "Konsumenten tendieren häufig dazu, sich zuerst im Internet über ein Produkt zu erkundigen und dann im stationären Handel zu kaufen." Der Konsument brauche einfach die persönliche Beratung meint er, vor allem in den Bereichen wie Mobilfunk oder Textilhandel in denen es um "Haptik und Tragekomfort" gehe. Dieses erhalten sei laut Toch aber auch umgekehrt zu beobachten: "Konsumenten sehen sich ein Produkt im Geschäft an, probieren es eventuell und gehen dann im Internet auf Schnäppchensuche, vergleichen Preise und kaufen online." Wichtig sei daher ein "kanalübergreifendes Agieren", bei dem stationäres Geschäft und Distanzgeschäft optimal miteinander verbunden sind. Eine große Chance für Klein- und Mittel unternehmen, die sich gegen große E-Commerce-Player durchsetzen möchten, sieht der Wirecard-CEE Geschäftsführer vor allem beim Thema Kundenservice: "Hier können kleinere Unternehmen im Vergleich mit großen Portalen punkten. Durch direkten Kontakt und persönliche Betreuung wird beim Kunden rasch Vertrauen aufgebaut, was besonders im E-Commerce von unschätzbarem Wert ist und auch zu Folgekäufen führt."
Verkaufstalent an erster Stelle
Christian Dietrich vom Online-Shopping-Gütesiegel Trusted Shops will Neueinsteigern im E-Commerce die Scheu nehmen: "Ein Shopbetreiber muss in erster Linie Händler sein und nicht IT-Spezialist, SEO-Experte oder Webdesigner." In Wirklichkeit seien im Netz alle Fähigkeiten wichtig, die auch offline eine Rolle spielen, sagt der Country Manager Österreich und Schweiz - ein Gefühl für passende Produkte, eine Ahnung von Trends, Grundwissen im Direktmarketing und vor allem Freude am Ausprobieren. Prinzipiell gebe es keine Produkte. die für E-Commerce ungeeignet sind, ist Dietrich überzeugt: "In erster Linie kommt es darauf an, dass die Marge für den Händler groß genug ist." Daher könne man auch als kleines Unternehmen gute Geschäfte im Netz machen, sagt er. Gerade die Erfolgsgeschichte von Zalando (heute einer der umsatzstärksten Shops Deutschlands) zeige, dass erfolgreicher E-Commerce auch ohne Giganten wie Amazon möglich sei, so der Country Manager Österreich/Schweiz. Er sieht Marktplätze wie Amazon eher als "Komplementärkanäle im Vertrieb, die den eigenen Online-Shop unterstützen". Besonders für Quereinsteiger, die Online einmal ausprobieren wollen, seien sie aber eine gute Starthilfe. Außerdem sei das Web auch eine Chance für neue Kundenschichten: "So kann ein Wiener Konditor seine Pralinen über das Internet bundesweit, europaweit und sogar weltweit verkaufen und ist nicht auf die Kundschaft in Wien beschränkt."

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